Taubenschwänzchen 

Macroglossum stellatarum (Linnaeus, 1758) 

Flugzeit Falter:
ganzjährig
Wanderfalter
Auftreten Raupe:
Mai bis November
als Zuwanderer überwintert die Art zunehmend als Falter 

in Ruhestellung

© Bruno Brudermann

verpuppungsbereite Raupe
© Bruno Brudermann


Nahrungspflanzen Raupen

Labkraut


Lebensraum

sonnige Hänge, Heidewiesen, warme Waldränder, 
Steinbrüche, Gärten und Siedlungsgebiete 

Wissenswertes

Von alljährlich einwandernden Schwärmerarten ist das Taubenschwänzchen die am häufigsten beobachtete Art, was unter anderem auch daran liegen könnte, dass sie auch tagaktiv ist und somit häufiger gesehen wird. Unverkennbar ist der Flug, der an einen Kolibri erinnert. Das Taubenschwänzchen fliegt sowohl bei Sonnenschein als auch in der Dämmerung oder in der Nacht. Die Art wird sehr stark von Blüten angezogen, die reichlich Nektar liefern. Mit ihren langen Saugrüsseln sondieren sie jede Blüte bevor Sie schnell zur nächsten fliegen.  Anscheinend haben die Falter auch ein gutes Gedächtnis, da sie oft jeden Tag ungefähr zur gleichen Zeit zu denselben Blumenbeeten zurückkehren. Unter den Schwärmern auch einzigartig ist die Fähigkeit als Falter zu überwintern, auch wenn in sehr kalten Wintern die Tiere nicht überleben. Bei Einsetzen von kühlerem Wetter werden dazu Höhlen, Felsklippen, leere Häuser, Löcher in Bäumen oder Schuppen aufgesucht. Eine richtige Winter-Diapause erfolgt nicht, bei Warmwettereinbrüchen im Winter kann es passieren, dass die Falter auf Nahrungssuche gehen.

Nach der Paarung suchen die Weibchen Stellen mit Labkraut auf und legen die Eier einzeln in die Blütenknospen. Die Raupen sind sowohl tag- wie auch nachtaktiv und fressen recht exponiert an den Spitzen der Pflanzen. In den Fresspausen oder zur Häutung ziehen sie sich in die Krautschicht unter den Pflanzen zurück. Die Raupen wachsen schnell, bei ausreichend Nahrung und warmen Temperaturen kann die Entwicklung vom Schlüpfen aus dem Ei bis zur Verpuppung in 20 Tagen angeschlossen sein. Die Verpuppung erfolgt in einem seidenen Kokon an der Basis der Wirtspflanzen.

Zur Kolumne: Der blinde Passagier (Inge Biller)

Namenserklärung

Herkunft: Stellatae (lat.) früher der Name des Labkrauts; Makros (griech.) = groß; glossa (lat.) = Zunge; aufgrund des langen Saugrüssels
im Englischen: Hummingbird Hawk-moth

Weblinks

https://lepiforum.org/wiki
https://www.euroleps.ch/
Sphingidae of the Western Palaearctic

Literatur

Ebert, G. (Hrsg.) (1994): 
Die Schmetterlinge Baden-Württembergs. Band 4: Nachtfalter II - Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 162 
 

Steiner, A.; Ratzel, U.; Top-Jensen, M.; Fibiger, M. (2014): 

Die Nachtfalter Deutschlands- Bugbook Publishing, Oestermarie, Danmark 84

Pro Natura (Hrsg.) (1997): 
Schmetterlinge und ihre Lebensräume. Schweiz und angrenzende Gebiete. Band 2 545