Am Ende zählt doch nur, was wir getan und gelebt - und nicht, was wir ersehnt haben. 

(Arthur Schnitzler)

Über mich

Ich mag Tiere. Schon in meiner Kindheit verbrachte ich die Zeit am liebsten auf dem Bauernhof meiner Großtante, auf dem ich mit dem Huhn unter dem Arm den Dachboden erkundete, das Kaninchen im Kinderwagen zu einem Spaziergang ausführte und mit den Ziegen  auf Bäumen herumkletterte. Rückblickend hat sich diese besondere Beziehung zu Tieren sowohl beruflich wie auch privat als roter Faden durch mein Leben gezogen. Bis heute. 

Seit einigen Jahren gilt mein Interesse vor allem den Insekten, der wohl bedeutensten Klasse von Lebewesen auf diesem Planten. Nicht unbedingt immer Sympathieträger, aber ich kann euch für jedes ungeliebte Insekt zumindest einen Grund nennen, es nicht zu hassen;-) 
Besonders angetan haben es mir die Schmetterlinge, insbesondere die Nachtfalter - die Eulen, Spanner und Spinner, die Glucken, Wickler, Rundstirnmotten, Wippflügelfalter und wie sie sonst noch alle heißen  - die mich mit ihrer unglaublichen Vielfalt, interessanten Lebensweisen und bei genauerer Betrachtung faszinierenden Schönheit bis heute völlig in den Bann gezogen haben. Wann immer es möglich ist, streife ich ausgerüstet mit Fotoapparat, Lupe und nächtens mit Taschenlampe durch die Botanik und versuche zu erkunden, was um mich so kreucht und fleucht.  Nicht immer ist es möglich, ein Tier anhand von Bildern oder beim Betrachten zu bestimmen, einige müssten dafür getötet werden und unters Mikroskop. Das ist nicht meine Intention, diese Detailiertheit überlasse ich der Wissenschaft. Ich kann auch mit einer fallweise vagen Bestimmung gut leben, mich interessiert vor allem wie sie fliegen, wie sie sich verhalten, wie sie leben, wie sie sich entwickeln - mit anderen Worten, das Lebewesen an sich - und ich versuche ihnen vor allem bei mir zuhause einen Platz zum Überleben in einer rundum leider zunehmend monotonen und ausgeräumten Landschaft zu bieten. 

Der Autor Peter Godzik hat einmal geschrieben: 

„Wie können wir das Geheimnis des Schmetterlings ergründen? Der westlich 
orientierte Mensch fängt den Schmetterling ein, tötet und untersucht ihn. Der östlich orientierte Mensch betrachtet ihn so lange, bis er nicht mehr weiß, ob er ein Mensch oder ein Schmetterling ist.“ 


Ja, ich glaube, das trifft in gewisser Weise auf mich zu, ich sehe mich in dieser Hinsicht mehr östlich orientiert und insbesondere nach intensiver Begutachtung meiner nächtlichen Falter oft schon mehr als Eule als als Mensch.......was sich wohl auch im Gesichtsausdruck bemerkbar machen dürfte, wenn morgens der Wecker klingelt. 😉 

Warum gerade Insekten?

Insekten mögen klein und unscheinbar sein und sie werden oft nur dann wahrgenommen, wenn sie um die Nase schwirren, stechen oder beißen, also dann wenn sie uns lästig sind. Sie haben kein Fell, man kann sie nicht streicheln, als Haustiere also denkbar ungeeignet, trotzdem sind sie von ungeheurer Wichtigkeit, denn ohne sie gäbe es uns nicht. Sie bestäuben unsere Nahrung, sie reinigen unser Wasser, sie sorgen für fruchtbare Böden, verwerten organischen Müll und da sie uns lebensnotwendige Grundlage sind, sollte es eigentlich oberste Priorität sein, sie zu schützen und zu fördern und ihren Rückgang nicht zu ignorieren. Man kann an den Zahlen deuteln und feilschen, aber der Rückgang ist da, ob wir es nun wahrhaben wollen oder nicht. Mir ist vollkommen klar, dass sich nicht jedermann für kleine Tierchen interessieren möchte, aber wenn man sich zumindest über deren Bedeutung für uns alle im Klaren wäre, wäre das schon ein großer Schritt nach vorne. Wir sind nicht allein auf dieser Welt. Uns geht es dann gut, wenn es unseren Mitbewohnern auf diesem Planeten auch gut geht, auch den allerkleinsten. Wohlstand ist nämlich ein sehr relatives Konzept und fünf Porsches in der Garage nutzen niemandem, wenn kein Essen und kein sauberes Trinkwasser mehr vorhanden sind.  Vielleicht schaffen wir es ja, mal einen kleinen Blick aus unserem anthropozentrischen Wolkenkuckucksheim hinauszuwerfen. Man soll die Hoffnung nie aufgeben!


Gerade weil sie Kleinstlebewesen sind, beanspruchen die meisten der Insekten auch nur wenig, das heißt, jeder kann etwas tun, um sie zu unterstützen und wenn es nur mit ein paar heimischen Blümchen auf der Fensterbank ist, man braucht dazu nicht einmal einen Garten. Nicht jeder Quadratmeter zählt, sondern jede Blüte zählt, denn sie dient zumindest als Tankstelle in einer mittlerweile sehr blumenarmen Landschaft. Kleine Tat, große Wirkung. Und wer irgendwann mal Lust hat, genauer hinzuschauen, dem tun sich unbekannte Welten auf, die faszinierender nicht sein könnten. Ich schwörs!  🙂 


Einige  meiner tierisch interessanten und erfreulichen Begegnungen - auch abseits von Schmetterlingen - könnt Ihr Euch bei Interesse hier anschaun:
www.inaturalist.org/

Meine Visionen

 
Oft frage ich mich, wie sich diese Welt weiterentwickeln wird. Wir leben auf einem Planeten, auf dem der Mensch mittlerweile jede noch so kleine Nische besetzt hält in der frechen Überzeugung alles sei seins. Zusätzlich existiert eine allgemeine Dummheit, die im Mäntelchen der Rationalität daherkommt, nämlich überall dort wo wir bereit sind, kurzfristigen Vorteil mit langfristigem Schaden zu bezahlen und das passiert leider viel zu oft. Wie die Entwicklung im Detail aussehen wird, weiß wohl niemand, weil die Ursachen multifaktoriell sind, aber wir erleben jetzt bereits eine radikale Veränderung des Klimas, ein Verschwinden der Artenvielfalt, eine Verwüstung großer Landflächen sowie die Zerstörung der Meere. Und dass auf diesem Planeten ein über Milliarden von Jahren gewachsenes und feinst abgestimmtes System jetzt im Zeitraum eines erdgeschichtlichen Wimpernschlags durcheinandergewirbelt und ruiniert wird, hat in meinen Augen schon etwas ungemein perverses. 

Während des Schleuderns eines Wagens einschätzen zu können an welchen Baum er knallen wird, ist schwierig, sicher ist nur, dass man es verhindern hätte sollen. 
Ich bin überzeugt davon, dass wir das können. Es ist noch nicht zu spät, noch gibt es Licht am Horizont. Fangen wir einfach damit an.

Sabine


Liebe Petra, liebe Inge
Für Euren großartigen Einsatz, für Eure sagenhafte Kreativität, für Eure Begeisterung und Liebe zur Sache, für Euren Humor und für Eure unendliche Geduld mit mir....

Für all das möchte ich von ganzem Herzen DANKE sagen!